IT-Projekt «Vireo» des BAFU
- 13. März
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Aktualisiert: 17. März
Statusupdate.
Das Programm Vireo des Bundesamts für Umwelt (BAFU) verfolgt das Ziel, die digitalen Systeme im Bereich Abfall- und Rohstoffmanagement zu modernisieren und langfristig zu konsolidieren. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Anwendungen veva-online, Revia, eGov A+R sowie Reportinglösungen wie Power BI. Diese Systeme unterstützen die Verwaltung und Nachverfolgung von Abfallströmen sowie die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Unternehmen. Die letzte Sitzung hatte am 2. März 2026 stattgefunden.
Ausgangslage
Das derzeit eingesetzte System veva-online funktioniert grundsätzlich stabil und wird weiterhin betrieben, gilt jedoch als technisch überholt und soll langfristig durch eine neue Plattform ersetzt werden. Gleichzeitig existieren weitere Systeme wie eGov A+R, die bereits für verschiedene digitale Prozesse genutzt werden. Das Gesamtprogramm Vireo befindet sich aktuell in einem gelben Status, was bedeutet, dass Fortschritte erzielt werden, jedoch noch wichtige Fragen zur Finanzierung, Planung und technischen Umsetzung bestehen.
Eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung bildet der Entscheid des Bundesrats, für das Projekt Revia zusätzliche Entwicklungsressourcen von insgesamt einer Million CHF für die Jahre 2027–2030 bereitzustellen. Diese Mittel müssen jedoch durch Gebühren kompensiert werden. Wie diese Gegenfinanzierung konkret umgesetzt wird, wird derzeit innerhalb des BAFU geklärt. Gleichzeitig ist noch offen, welche zusätzlichen Mittel das BAFU selbst in den kommenden Jahren für das Projekt bereitstellen kann.

Aktueller Stand des Programms
Der zentrale Bestandteil des Programms ist die Entwicklung der neuen Plattform Revia, welche künftig die Funktionen von veva-online sowie später auch Teile von eGov übernehmen soll. Der Projektausschuss hat im Februar 2026 entschieden, eine individuelle Softwarelösung zu entwickeln und dafür einen geeigneten Entwicklungspartner zu beschaffen.
Im Rahmen der nächsten Schritte müssen zunächst Planung und Anforderungskatalog aktualisiert, Ausschreibungsunterlagen vorbereitet und ein externer IT-Architekt rekrutiert werden. Zudem wird geprüft, ob für die Beschaffung eines Softwareentwicklungsteams bestehende Bundesverträge genutzt werden können, wodurch eine öffentliche Ausschreibung möglicherweise vermieden werden könnte. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit Kantonen und Betrieben über die Begleitgruppe wieder verstärkt.
Parallel zur Entwicklung von Revia laufen weitere Projekte innerhalb des Programms:
Power BI entwickelt sich planmässig und dient der Datenanalyse und Berichterstattung.
eGov A+R wird schrittweise weiterentwickelt, beispielsweise durch Performance-Optimierungen, neue Releases sowie Anpassungen an Abfall- und OECD-Codes.
veva-online bleibt bis zur Einführung von Revia in Betrieb und wird weiterhin gewartet und gepflegt. Auch der Support läuft stabil und wird kontinuierlich verbessert.
Planung und mögliche Umsetzung von Revia
Die langfristige Planung sieht vor, dass zunächst Revia 1.0 umgesetzt wird, welche hauptsächlich die Funktionen von veva-online übernehmen soll. Anschliessend folgt eine zweite Ausbaustufe (Revia 2.0), in der weitere Funktionen aus eGov integriert werden. Ziel ist es, zwischen 2027 und 2030 die bestehenden Systeme schrittweise durch Revia zu ersetzen.
Eine mögliche Variante besteht darin, die Einführung von Revia zu in zwei Teilphasen aufzuteilen:
zuerst Funktionen für den grenzüberschreitenden Verkehr,
danach Funktionen für Abfallübergaben im Inland.
Diese gestaffelte Einführung könnte die Umsetzung beschleunigen und den Schulungsaufwand reduzieren. Allerdings würde dies vorübergehend zu einer parallelen Nutzung mehrerer Systeme (veva-online, Revia und eGov) führen.
Sicherstellung des Betriebs und Notfallplanung (bei grossen Ausfällen)
Da veva-online weiterhin eine zentrale Rolle spielt, wurde auch ein Business-Continuity-Management (BCM) für Systemausfälle definiert. Dieses beschreibt unter anderem Abläufe zur Krisenbewältigung, zur Aufrechterhaltung wichtiger Geschäftsprozesse und zur Wiederherstellung des Normalbetriebs. Im Falle eines längeren Systemausfalls können beispielsweise Papierbegleitscheine, Excel-Meldungen oder E-Mail-basierte Prozesse eingesetzt werden, um die Abfallmeldungen weiterhin zu ermöglichen. Gleichzeitig werden organisatorische und technische Massnahmen vorbereitet, um solche Notfallsituationen bewältigen zu können.
Weitere Punkte und nächste Schritte
Die Begleitgruppe diskutierte zudem einzelne offene Punkte bei der Entwicklung von Revia, beispielsweise Fragen zur Gültigkeitsdauer von Begleitdokumenten oder zur Erfassung von Transporteuren mit Subunternehmern. Die Begleitgruppe ist sehr wichtig, um die Sichtweise und Inputs der Anwender frühzeitig einbringen zu können.
Die nächste Sitzung der Begleitgruppe wurde für den 28. April 2026 angesetzt. Dort sollen die weiteren Fortschritte des Programms sowie die nächsten Umsetzungsschritte diskutiert werden.
